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Archive for 16. Mai 2010

Am 11.05.2010 trafen sich die Vertreter der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Unteres Odertal aus dem Landkreis Uckermark zu einer Konferenz in Angermünde. Die Kommunale Arbeitsgemeinschaft ist ein Zusammenschluss mehrerer Kommunen zur Koordinierung regionaler Vorhaben und soll vor allem die Aqurierung von Fördergeldern erleichtern bzw. ermöglichen.

Der AG Unteres Odertal gehören an:

  • das Amt Löcknitz-Penkun (LK Uecker-Randow, M-V)
  • das Amt Brüssow (LK Uckermark, BB)
  • das Amt Gartz/Oder (LK Uckermark, BB)
  • das Amt Gramzow (LK Uckermark, BB)
  • das Amt Oder-Welse (LK Uckermark, BB)
  • die Stadt Angermünde (LK Uckermark, BB)
  • die Stadt Schwedt (LK Uckermark, BB)
  • Landgemeinde Kolbaskowo (Polen, Kreis Police)
  • Landgemeinde Banje (Polen, Kreis Gryfino)
  • Stadt- und Landgemeinde Cedynia (Polen, Kreis Gryfino)
  • Stadt- und Landgemeinde Chojna (Polen, Kreis Gryfino)
  • Stadt- und Landgemeinde Gryfino (Polen, Kreis Gryfino)
  • Stadt- und Landgemeinde Trzcinsko Zdroj (Polen, Kreis Gryfino)
  • Landgemeinde Stare Czarnowo (Polen, Kreis Gryfino)
  • Landgemeinde Widuchowa (Polen, Kreis Gryfino)

Die MOZ berichtete in ihrer Ausgabe vom 15./16.05.2010 dazu:

Neuer Mittelbereich Schwedt

Cornelia Hendrich 16.05.2010 08:57 Uhr

Angermünde (moz) Der dramatische Bevölkerungsrückgang um ein Viertel ist eines der Probleme, mit dem sich die hiesigen Städte und Amtsbereiche beschäftigen müssen. Die Einnahmen werden sinken. Dass sich ihre Zusammenarbeit auch finanziell lohnen kann, zeigte Professor Mario Stoffels bei einer 
Konferenz in Angermünde.

Überalterung, Bevölkerungsrückgang, immer weniger Erwerbstätige, Wohnungsleerstand, entvölkerte Landstriche – so düster sehen die Zukunftsprognosen für die Region aus. Auf die Kommunen kommen dabei erhebliche Kosten zu. Bei sinkenden Einnahmen müssen sie noch die teure Infrastruktur aus besseren Zeiten unterhalten: Nahverkehr, Straßen, Behörden, Wohnungen.

Mögliche Lösungen aus dem Dilemma versucht gerade eine Studie der Fachhochschule Eberswalde und des Instituts „Wissenszentrum Kommunalwirtschaft“ zu finden. Professor Mario Stoffels stellte die Anfänge der Studie bei einer Konferenz am Dienstag vor. Dazu waren ins Angermünder Rathaus Bürgermeister, Amtsleiter und Fraktionsvorsitzende aus Gartz, Oder-Welse, Schwedt und Angermünde gekommen.

Wie könnte sich eine Zusammenarbeit auch finanziell unter den schwierigen Zukunftsperspektiven lohnen? Eine Idee des Wirtschaftsexperten der Hochschule ist die „Rekommunalisierung“ der Stromnetze, so wie es bereits Gemeinden in Thüringen vormachen. Das heißt, die Kommunen steigen ins Stromgeschäft ein. Dabei könnten die Gemeinden rund 1,4 Cent je Kilowattstunde an Abgaben sparen. Da kommt bei 60 000 Einwohnern viel zusammen. Ob sich das rechne, müsse sich jede Gemeinde überlegen, so Stoffels. Eine Zusammenarbeit der Gemeinden sei aber sinnvoll, weil sie eine größere Verhandlungsmacht seien. Schwedt würde bereits darüber nachdenken, war von den Teilnehmern zu hören. Die Erlöse könnten in defizitäre Bereiche wie öffentliche Bäder oder den Nahverkehr gesteckt werden. Mit den vier Gemeinden werden jetzt weitere Lösungen von der Fachhochschule und dem Institut erarbeitet.

Von der Landesplanung zum „Mittelbereich Schwedt“ zusammengelegt, arbeiten die vier Gemeinden bereits seit 2004 in der kommunalen Arbeitsgemeinschaft Unteres Odertal zusammen. Darauf wies Detlef Krause, Amtsdirektor von Oder-Welse, hin. Ziele für 2020 seien der Zuzug junger Familien, internationaler Fachkräfte, aber auch Rentner, zudem die Erhöhung des Bekanntheitsgrades der Region und die Stimmungslage unter den Bürgern zu verbessern, sagte er. Das wolle man erreichen durch gute Bahnverbindungen nach Berlin und Stettin und die Ausweisung von attraktivem, preiswertem Bauland. Zudem müsste in Hol- und Bringdienste, medizinische Versorgung und Schülerbeförderung investiert werden sowie in Wellnessangebote auch für die Einwohner.

Bereiche, in denen die vier Kommunen zusammen arbeiten können, sind bereits gefunden: bei KfZ-Zulassungen und Bauanträgen, die in Schwedt erledigt werden könnten. Zudem bei der 
Feuerwehr, den Standesbeamten und den Archiv-Mitarbeitern.

• Angermünde, Schwedt Oder-Welse und Gartz werden einen dramatischen Bevölkerungsrückgang haben.

Einwohner 2010: 62 000

Einwohner 2020: 53 000

Einwohner 2030: 47 000

• Im gesamten Mittelbereich wird es einen Rückgang von 25 Prozent geben, bei Erwerbstätigen um 33 Prozent.

• Oder-Welse wird den geringsten Bevölkerungsrückgang wird mit rund 14 Prozent haben.

• Schwedt den höchsten Rückgang mit 25 Prozent.

• Angermündes Einwohner werden von 14 000 auf 10 000 zurückgehen.

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